Samstag, 16. Juli 2022

2 Tage Rückenwind!

2 Nächte bei dieser bezaubernden WS Gastgeberin in einem Vorort von Chicago

AnnMarie, thank you for the authentic irish frie and the delicious salad, your help and hospitality, the time together and the door in your life you opened up to me. Next time we meet will be somewhere in Europe!

ich verlasse Chicago's suburbs und finde einsame Strassen und Wege abseits vom Verkehr, entlang des Desplaines und Illinois River, der Wind ist mir hold und treibt mal von hinten, das ist wie e-bike fahren! 





für die Nacht finde ich einen einsamen Campground

ein hungriger Gast


dieses Tier ist total fixiert auf meine Plastikhülle mit der Landkarte, und schnell begreife ich auch warum: alle Lebensmittel kommen in durchsichtigem Plastik, da muss also was Essbares drin sein

Zelt steht, Sonne geht unter


am nächsten Tag treffe ich Captain Jim, auch mit dem Rad unterwegs, er lädt mich zu einem Café in seine Wohnung ein

schönes altes Industriegebäude, einsame Wege entlang des I + M Kanals, grandiose Aussicht auf den Illinois River




eine Nacht auf dem Campground des Starved Rock State Park, mit Dusche...! und das Abendessen ist Nudeln mit Gorgonzola und Salbei, yummie!

kleiner Spaziergang durch den State Park am nächsten Tag


der Hennepin Kanal ist mein Wegbegleiter die nächsten 2 Tage, in dieser Zeit treffe ich kaum auf andere Menschen

und wieder ein einsamer Campground, vom Bauern hole ich mir Wasser in meinem Wassersack, und das reicht sogar für eine erfrischende Dusche. Abends ist ein bisschen reparieren auf dem Programm.



der nächste Morgen bringt Donnergrummeln mit sich, also schnell Zelt einpacken und unter die Eisenbahnbrücke. Vor dem Regen ist nach dem Regen.




ich versuche mich gesund zu ernähren, aber manchmal muss ich auch die ganzen Chips und Snacks probieren die mich in den Ladenregalen zum Mitnehmen anschreien...

am fünften Tag erreiche ich Davenport am Mississippi und damit meinen nächsten Bundesstaat Iowa





und übrigens: 2 Tage Rückenwind, 3 Tage Gegenwind... allerdings ist das auf schmalen Wegen mit Baumbewuchs nicht so spürbar.

Donnerstag, 7. Juli 2022

Illinois

Beim Start in Elkhart halte ich am Post-Office. Als ich mein Rad abstelle, kommt eine Frau auf mich zu und stellt die üblichen Fragen: wo kommst du her, wo gehst du hin? Wir unterhalten uns ein bisschen, und als es an's Verabschieden geht, fragt sie ob sie für mich beten darf? ich sage ja, und sie ergreift mein Handgelenk. Während sie meine Hand hält murmelt sie vor sich hin, "shelter..., protect..., good care.." sind wenige Wörter die ich dabei verstehe.  

Meine Reise bringt mich weiter durch Indiana in Richtung Lake Michigan, ich will im Indiana Dunes National Park auf dem Campground übernachten. In der Nacht zuvor hat es gewittert, trotzdem ist es heiss, mein Tacho zeigt fast 40°C an, und dazu noch extrem schwül. Ich trinke wie eine Blöde, alles wird sofort wieder rausgeschwitzt.


große Teile der Strecke kann ich über kleine Strassen fahren, aber nach Michigan City führt ein 4-spuriger Highway, alles andere ist zu abwegig. Es ist anstrengend, sobald der Highway keinen Standstreifen hat muss ich auf die rechte Spur ausweichen und werde nicht selten angehupt oder total knapp überholt. Ich versuche das so gut wie möglich zu ignorieren. Irgendwann fängt mein Bauch an zu rumpeln und zu krampfen, ich biege auf eine kleinere Strasse ab, setze mich am Strassenrand in's Gras. Mein Puls rast, mir läuft der Schweiss in Strömen. 


Langsam wird es wieder besser, ich steige auf's Rad, nur um ein kleines Stück weiter wieder abzusteigen und gerade noch rechtzeitig in die zu Büsche kommen. Und danach geht's mir wieder gut! also weiter. 




ein Weg abseits der Strasse, Reh-Begegnung und Pfützen-Slalom 



endlich bin ich am Camground, kurz vor der Dunkelheit. Eine warme Dusche, Zelt aufbauen, kleiner Snack, und ab in den Schlafsack. Heute bin ich 130km gefahren. Nachts regnet es und gewittert.
Der nächste Tag soll mich nach Chicago bringen und mit der Grenze Indiana/Illinois überquere ich meine erste Zeitzone.


Zelt trocknen während der Mittagspause


auf dem Weg nach Chicago bzw. zu meiner WS Gastgeberin in Palos Heights





Montag, 4. Juli 2022

in Michigan und Indiana

in Royal Oak (Detroit) wartet eine freundliche Warmshowers Gastgeberin auf mich und macht mir die ersten Tage in den US leicht

Frances, thank you so much for having me! the communication beforehand, the offer for all the help, for the interesting conversation and the friendliest of welcome to your house, so much appreciated!

nächstes Ziel: Ann Arbor, eine weitere WS Bleibe bei einer Familie mit für USA untypischem Garagen-Inhalt und Kommunikation auf deutsch und englisch

Danke David und Christa und Andreas! Als ich euer Haus verlassen habe hat mein Herz ein bisschen gesungen und ich bereue es, dass ich nicht länger geblieben bin


Tag 3 auf US-amerikanischen Strassen ist eine kleine Herausforderung: Gewitter-Voraussage mit Hagel lässt mich ein Dach suchen. Garnicht so einfach hier, wenn du damit rechnen musst dass die Menschen dich als Eindringling sehen wenn du auf ihr Grundstück gehst. Ich habe die Worte von Frances im Ohr: "be cautious, people do have guns and they are not afraid of using them". Aber die Blitze um mich herum drängen mich dann doch in ein verlassenes Gebäude, wo ich das gröbste Gewitter abwarte. Es bleibt glimpflich, zumindest bei mir gibt es keinen Hagel und die Blitze zucken in sicherer Ferne. Regenzeug kommt aber doch nach langer Zeit mal wieder zum Einsatz.



auch die Schlafplatz-Suche in den Staaten ist nicht einfach, öffentliche Parks sind hier im Gegensatz zu Canada tabu, der nächste Campground zu weit, und ich muss mich gut verstecken wenn ich wild campen will. Kurz vor der Dunkelheit finde ich einen Platz, nicht optimal weil feucht und eng, und ich muss mein Rad durch's Gestrüpp zerren um hinzukommen, aber hier stört mich keiner ausser der Moskitos




am nächsten Tag finde ich schöne einsame Strassen auf denen kaum Verkehr ist. Roadkill ist omnipräsent, ich werde jedesmal traurig, so viele tote Vögelchen, Kaninchen, Waschbären und sogar Koyoten. Auf den einsamen Strassen picken wenigstens die Geier an den Kadavern, auf den frequentierten Strassen verrotten die Tiere meist einfach nur stinkend



heute übernachte ich auf einem Campground, es ist 2 Tage vor July 4th, Wochenende, der Platz total belegt und ich habe Glück noch unterzukommen. Die Geschäftigkeit auf Zeltplätzen ist überwältigend, die Menschen fahren mit Golfmobilen oder dem Auto zum Eiswagen, zum Shop und sogar zum Klo, mein kleines Zelt steht neben einem riesigen Wohnwagen. Mein Abendessen ist wie immer Eintopf, heute gibt's Risotto mit Tomaten und dazu ein kühles Dosenbier. Die Nachbarn laden mich zu einem Bier am Lagerfeuer ein. Um 22 Uhr ist Feuerwerk, 1/2 Stunde, danach fahren wieder Autos durch die Gegend, Musik spielt, Licht strahlt mir in's Zelt. Beim Reisen mit Zelt lernst du Schlafen unter widrigsten Umständen!


am nächsten Morgen breche ich früh auf, Strecke machen ist heute angesagt, ich habe wieder Gastgeber in Elkhart, das sind 105 km


aber vorher werde ich Freunde treffen auf der Strecke! ich treffe mich bei km 65 mit Andrea und Marc


es gibt so viel zu erzählen, die Zeit ist viiieeel zu kurz! ich breche gerade noch rechtzeitig auf um vor der Dunkelheit am Ziel zu sein. Über meist einsame Strassen rolle ich nach Indiana und lande in Elkhart bei diesem schönen Haus


der nächste Morgen, Besuch im Bett


Lauren, meine Gastgeberin, hat eine schöne alte Pfaff gekauft, die wir gemeinsam einfädeln und zum Laufen bringen, und das alte Schätzchen rennt und schnurrt wie ein Kätzchen


Lauren and Justin, you were such inspiring hosts. I felt so welcomed in your house, words can't tell the kindness and hospitality that were coming from you. And Clay, thx for letting me stay in your room, appreciate that!