Freitag, 2. Dezember 2022

Schulzeit

Ich geniesse ein paar Tage treiben-lassen, Touristin sein, in einer Küche kochen oder essen gehen, sei es in Strassenbuden oder im Restaurant. Und all die bunten Dinge bestaunen.








am Samstag ist natürlich Fussball



und Spanisch praktizieren mit Jesus



Geburtstagsfeier hinter'm Haus, bis 2 Uhr war da nicht an Schlafen zu denken...

Sonntag ist Strandtag

Und seit Montag gehe ich zur Schule: Sprachkurs, mit Dachterrasse für die Pause und Katzenbesuch während des Unterrichts




wir sind nur 2 Schülerinnen, und Fabiola ist unsere Lehrerin


und wir haben Hausaufgaben (die können natürlich auch am Strand gemacht werden..)


Jeden Tag fahre ich mit dem Rad die 9 km in die Stadt zur Schule und erkämpfe mir meinen Platz auf der Küstenstrasse. Spass ist das nicht... Dafür ist der Strand auf dem Heimweg und ich kann jeden Tag in's Meer springen.

Donnerstag, 24. November 2022

Einblicke

Gestern und heute treibe ich mich durch die Stadt und mein kleines pueblo, gehe Grundnahrungsmittel einkaufen und sehe mir die unterschiedlichen Viertel an. Kinder kommen aus der Schule, ich freue mich über die vielen Wandgemälde, und nähere mich neugierig der Werkstatt in der die Kulissen für den Dia de los Muertes, Navidad und sonstige Festivitäten entstehen. Und ich darf mich ein bisschen umgucken!








Natürlich muss ich auch den nächstgelegenen Strand besichtigen und das Wasser testen. Die Flora und Fauna ist auch sehr schön. Und mein Fahrrad wohnt sicher bei mir im Zimmer.







Ich werde euch mal einen persönlichen Einblick geben in mein Nomaden-Leben. Hier in Puerto Vallarta habe ich Zeit für Dinge die beim täglichen Radeln nicht möglich sind. Kochen zum Beispiel, mit mehreren Töpfen, im Stehen! Hab ich schon ein bisschen vermisst. Und es bedeutet einiges, eine Bleibe zu haben in die ich mich einfach zurückziehen kann. Jeden Tag draussen sein auf dem Rad ist mein Traum und ich lebe ihn. Aber mental kann dieses Leben auch manchmal ganz schön anstrengend sein. Die Autofahrer die oft respektlos sind, auf viel befahrenen Strassen jedesmal in Habacht zu sein wenn sich ein Auto von hinten nähert und gleichzeitig Gegenverkehr ist weil ich damit rechnen muss das sie viel zu dicht an mir vorbeifahren, oder mir ein überholendes Auto entgegenkommt auf der Spur auf der ich mich gerade befinde. Es kann anstregend sein, nicht zu wissen wo ich die nächste Nacht verbringe weil der Ort den ich mir vorgestellt habe nicht sicher ist oder sich einfach nicht richtig anfühlt, oder es ist schwierig überhaupt einen Platz zu finden. Auf dem Rad bin ich Blicken ausgesetzt, kann mich nicht zurückziehen wenn mir danach ist. Oder wildfremde Männer die mir ihren ach so wichtigen Schwanz zeigen. ¡Déjame en paz! ist ein Satz den ich ganz schnell gelernt habe. Die Unsicherheit ob ich genug Wasser für die nächste Etappe dabei habe. Oder den ganzen Tag von fiesen kleinen Mücken zerstochen zu werden und ich muss meine ganze Willenskraft aufbieten mich nicht wund zu kratzen. Und dann die Nächte im Zelt, wenn ich morgens die vielen Tierspuren sehe und mich frage wer da wohl alles zu Besuch gekommen ist, und Tiere sind da eigentlich meine kleinere Sorge, wenn bellende Hunde oder Party und laute Musik mich vom dringend benötigten Schlaf abhalten. Jeden Tag auf dem Rad heisst auch dass mir manchmal der Hintern weh tut, der Rücken und die Schultern können schmerzen von der einseitigen Haltung, und ich muss mit Dehnen und Gymnastik diszipliniert etwas tun damit das nicht Schäden hinterlässt. Die Defekte am Rad sind auch Dinge die Sorgen machen können, wird mein Lastesel die ganze Strecke meistern, kann ich wirklich alles reparieren wenn ich eine Panne habe? Trotzdem geniesse ich meistens was ich tue, die meisten Menschen begegnen mir freundlich, und von den anderen versuche ich mich fern zu halten. Die Auszeit in Puerto Vallarta ist meine Ausruhzeit und gibt mir die Gelegenheit mein Fahrrad in Ruhe zu warten und zu pflegen, mein Spanisch zu verbessern und einfach mal eine Tür hinter mir zu zu machen wenn mir danach ist. 

Dienstag, 22. November 2022

nach Puerto Vallarta

Ich radle weiter an der Küste entlang, und hinter San Blas wird das flache Land bergig und saftig grün. Überall Palmen, Dschungel, Vogelgesang und Obstplantagen, die Flüsse haben Wasser und die Erde in den gepflügten Feldern riecht wieder erdig. 





In einem kleinen Fischerort zelte ich neben einem Restaurant am Strand und mache zum ersten Mal einen kompletten Strandtag. Nur faulenzen, lesen, schwimmen, essen, und der Brandung lauschen. Allerdings muss ich abends dann doch nochmal Fahrrad flicken...



Am Tag darauf lande ich in Lo de Marcos. Hier ist große Fiesta, Königinnen und Prinzessinnen werden gekrönt. Am nächsten Tag gibt es einen großen Umzug.








Auf dem dicht befahrenen Mex 200 geht es weiter. Es ist nervenaufreibend, der Verkehr ist erbarmungslos und einige Autofahrer überholen dicht und hupen oder schneiden mich. An den Steigungen ist es besonders anstrengend weil ich mich durch das Langsamfahren noch mehr ausgesetzt fühle. Wie gut dass die Carretera dann endlich wieder einen Seitenstreifen hat. 

Als nächstes komme ich nach Bucerias, auch hier ist Fiesta! Reiter führen die Künste ihrer tanzenden Pferde vor (Bier in der einen Hand, Zügel in der anderen).


Bei der Weiterfahrt sehe ich diese Gesellen am Strassenrand direkt neben einer Bushaltestelle. 


Und jetzt bin ich in Puerta Vallarta, eine Küstenstadt mit bergigem Hinterland und steilen Strassen. Seit langer Zeit ist der Himmel mal wieder bedeckt und es gibt sogar ein paar Regentropfen. Die Stadt ist total voll von Touristen, ein Restaurant neben dem anderen, Shops und Nightlife.







Ein Stück südlich von Puerta Vallarta liegt der kleine Ort Nogalito, in Laufweite zum Strand und in Radelweite zur Stadt. Hier habe ich ein kleines Appartment gemietet und werde bis Anfang nächstes Jahr bleiben, einen Sprachkurs machen, und mein schönstes Geburtstagsgeschenk bekommen: Hannes kommt mich besuchen und wir haben ein paar Wochen zusammen! Boah, bin ich aufgeregt...