Dienstag, 11. Oktober 2022

auf einer Mission

Weiter Richtung Süden.






Hinter San Quintin direkt am Meer liegt die Hi Mission die immer wieder Freiwillige zum Helfen sucht. Hier leben indigene Familien, es gibt eine Kinderbetreuung und Bildungsangebote entsprechend der Qualifikation der Helfer. Über Warmshowers habe ich mit Kevin Kontakt aufgenommen, er leitet die Mission, ist selbst pensioniert und ursprünglich aus Süd-Korea. Kevin braucht jemanden zum Nähen, da komme ich genau richtig. 2 Engländer mit dem Fahrrad unterwegs nach Patagonien und eine Französin die Englisch unterrichtet sind auch hier. Ich bekomme eine warme Dusche und ein eigenes Zimmer und Kevin zeigt mir seine Nähmaschinen die ich hoffentlich zum Laufen bringe und einen Stapel Hosen zum Kürzen. Dann gibt es eine lange Liste mit Kleidern die aufgearbeitet und passend für die Bewohner gemacht werden sollen. Und Vorhänge nähen. Ich werde hier wohl ein paar Tage bleiben.
Am nächsten Morgen ist erstmal Zeit für einen Rundum-Check an meinem Rad, Bremsbeläge erneuern, Felgenband ersetzen, Staub vom Antrieb entfernen. Und dann lerne ich die Kinder der Tagesbetreuung kennen und werde schnell in Beschlag genommen. 



Missions-Kater Blanco, sehr liebesbedürftig und hungrig.


Am Nachmittag geht's dann an die Nähmaschine, der Arbeitstisch fällt sehr niedrig aus. Und eine Maschine läuft schonmal.



Samstag ist Markt-Tag, die Mission hat einen Stand. Wir stöbern ein bisschen und kaufen Gemüse und Obst, so eine Fülle!




Strandspaziergang zum Sonnenuntergang



Am Sonntag fahren Lizzy und Simon weiter. Kevin zeigt Carole und mir einen besonderen Platz am Meer. 





Abendstimmung


Heute richte ich meine Werkstatt ein. Ein bisschen improvisieren, und jetzt Vollgas nähen.




Anfang April bin ich vor unserer Haustüre gestartet, das heisst ich bin jetzt ein halbes Jahr unterwegs. Fast 10.000 km bin ich seitdem geradelt. 
 

Donnerstag, 6. Oktober 2022

abseits vom Highway

Um von der Strasse wegzukommen entscheide ich mich für eine Nebenstrecke ab Santo Tómas. Was als asphaltierte Strasse in meiner Karte angegeben war entpuppt sich als Gravel-Road. Ich will an's Wasser, und der Verkehr nervt. Blick zurück nach Santo Tómas, Weinbau. Und an der Strecke mitten in der Pampa eine Müllhalde und Männer die nach Brauchbarem suchen. 


Schoko-Ranch


Je weiter ich auf der Strecke komme, desto ruppiger wird der Weg. Autos begegnen mir jetzt garkeine mehr. 



Der rote Staub setzt sich fest.



Da unten könnt ihr schon meinen Zeltplatz sehen. Die "Dusche" ist erfrischend salzig.




Was mal ein Campingplatz war ist verlassen, kaputte Campingmöbel einfach da gelassen. Für meine Outdoorküche noch bestens geeignet.


Heute Nacht bin ich ganz alleine mit dem Meer und dem Wind und dem Mond.






Das Plumpsklo gibt es auch noch. Kacken mit Meerblick, was will ich mehr!?


Weiter geht's am Wasser entlang.






So werden hier die Tiere angetrieben



Es gibt schlimmere Plätze für einen Platten, oder?



Und noch ein kitschiger Sonnenuntergang von meinem Zeltplatz. 


Heute morgen ist die Luft sehr feucht, da gibt es das Frühstück mal drinnen. Und so sehe ich aus nach einem Tag (und einer Nacht) im Staub und ohne Spiegel.


Die nächsten 30km sind brutal. Ein Mountainbike wäre jetzt schön, aber mein schwer beladenes (alle Wasserflaschen voll) Tourenbike ist nichts für diese Strasse. Es geht teils heftig rauf und runter, und ächzend und fluchend zerre und schiebe ich meinen Stahlesel bergauf, und weil ich alleine in der Pampa kein Risiko eingehen will, teils auch runter. Die Strasse ist ausgewaschen, ausgefahren von ATV's und immer wieder von tiefen Sandfurchen oder dicken lockeren Steinen durchsetzt. 



Landwirtschaft, ab jetzt fahren hier wieder normale Autos.


Zelt trocknen und Mittagessen


Leider bin ich mit meiner Kamera ausgerutscht, und natürlich genau auf  der Linse ist jetzt ein Knacks. Die Bilder haben ab jetzt alle einen Schleier auf der linken Seite. Mist.
In der Ferne entdecke ich ein Feld, und wundere mich was da wohl angebaut wird. Es ist Müll, ein riesiges Feld voller Abfall.




Für die letzten 100km habe ich 3 Tage gebraucht.

Montag, 3. Oktober 2022

Ensenada

Ein Abend im Restaurant mit Ix Chel, das mexikanische Essen ist so lecker, und ich muss alles ausprobieren. 


Gracias Ix Chel por tu carino y tu hospidalidad! Muy interesante la conversación contugo.

Von Rosarito fahre ich weiter Richtung Ensenada. Der Highway ist für Radfahrer verboten, hat aber einen einigermassen sicheren Seitenstreifen weswegen sich niemand dran hält. Allerdings ist es ziemlich unentspannt dort einen Platten zu flicken. Die Ursache ist schnell geortet. Den ganzen Morgen bin ich durch Glasscherben auf dem Seitenstreifen gerollt und dann gable ich eine Heftklammer auf. 






Ich verbringe eine Nacht am Strand in San Miguel. Eigentlich richtig schön. Wellen rauschen, der Mond scheint, der Wind weht. Es ist jedoch Wochenende, und die Mexikaner machen gerne laut Musik. Und jeder hört andere Musik. Dafür muss die Lautstärke aufgedreht werden, damit der Nachbar übertönt wird... Und der Highway ist auch nicht weit, nachts knattern die Motorbremsen der LKW's.
 




Nach dieser unruhigen Nacht radle ich weiter durch Ensenada nach Santo Tomas. 




Heute Nacht schlafe ich im Hotel, ein richtiges Bett ist doch was Schönes. Bin überhaupt etwas dünnhäutig gerade. Vermisse meine Freunde, persönliche Gespräche und trauere um meinen Freund.